24.07.2008
Auslegung von August bis Oktober

In ihrer Versammlung am 23. Juni 2009 hat die Regionale Planungsgemeinschaft Lausitz-Spreewald den neuen Entwurf des Teilregionalplanes Windkraft verabschiedet, sodass nun die Auslegung für die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange erfolgen kann.
Diese Auslegung erfolgt in der Zeit vom 1. August bis zum 31. Oktober. Der Planentwurf ist in der Geschäftsstelle der Regionalen Planungsgemeinschaft in der Gulbener Straße 24 in Cottbus einsehbar.
In den Landkreisen Spree-Neiße, Oberspreewald-Lausitz, Elbe-Elster und Dahme-Spreewald sowie in der Stadt Cottbus werden insgesamt 9443 ha Fläche als Windeignungsgebiete ausgewiesen. Im alten Plan waren es 7166 ha. Damit wurden nunmehr 1,3% (früher 1%) der Fläche als für Windkraftnutzung geeignet ermittelt. Die Zahl der einzelnen Gebiete wurde von 74 auf 61 verringert. Neue Suchraumkriterien kamen zur Anwendung. So wurde der Abstand zu Wohnsiedlungen von 500 auf 1000 Meter erhöht. In Abstimmung mit der Forstwirtschaft konnten dagegen bestimmte Nutzwaldflächen hinzugewonnen werden. Das lebhafte Flugwesen setzt ebenfalls starke Grenzen, von Rotmilan über Fischadler, Weißstorch bis zu den umfangreichen Wünschen der Bundeswehr auf unserem Gebiet. Der größte Teil der ausgewiesenen Gebiete ist, wie unschwer bei der Fahrt durch das Land zu erkennen, bereits mit Windkraftanlagen bebaut bzw. beplant.
Können mit den so ausgewiesenen Flächen die Ziele der Energiestrategie des Landes in Punkto Windkraftnutzung umgesetzt werden? Nur zu 70%. Zu welchen Ergebnissen die Flächenbilanz in den anderen Planungsregionen des Landes kommt, kann ich nicht beurteilen.
Im Folgenden will ich die Gemeinden unseres Kreise aufführen, auf deren Gebiet Windeignungsflächen ausgewiesen werden, denn es ist nun die Zeit der öffentlichen Beteiligung, die man nicht ungenutzt verstreichen lassen sollte, wenn man von seinen demokratischen Mitspracherechten Gebrauch machen will.
W 04 Sembten, 96,2 ha, Teilfläche aus Guben
W 14 Drehnow-Turnow, 119,5 ha, Teilfläche aus Turnow-Preilack
W 18 Watowainz (Teichland), 29,6 ha
W 19 Forst-Briesnig, 369,4 ha, Teilflächen aus Jänschwalde und Heinersbrück
W 22 Cottbus-Ost I, 528,3 ha, Teilflächen aus Neuhausen/Spree
W 23 Cottbus-Ost II, 132,9 ha, Teilflächen aus Neuhausen/Spree und Wiesengrund
W 24 Eichow-Süd (Gemeinde Kolkwitz), 28,6 ha
W 35 Casel (Stadt Drebkau), 352,5 ha
W 36, Auras-Süd (Stadt Drebkau), 26,8 ha
W 45 Bahren West (Neiße-Malxetal), 383,5 ha, Teilfläche aus Forst
W 53 Proschim (Stadt Welzow), 51 ha
W 54 Spremberg Ost, 240,6 ha
Mit rund 2359 ha stellt der Spree-Neiße-Kreis zusammen mit der Stadt Cottbus 25% der ausgewiesenen Flächen.
Gemeindevertreter, Verbände und Vereine sollten die Zeit JETZT nutzen, um sich am Planverfahren zu beteiligen.
Dr. Edeltraud Radochla, stellv. Fraktionsvorsitzende, Regionalrätin
Kreishaushalt 2009
18. Februar 2009
Mit 46,25% wurde die Kreisumlage für den Haushalt 2009 im Spree-Neiße-Kreis beschlossen. Dem hat auch die LINKE zugestimmt.
Das heißt, der Vorschlag der Verwaltung von 49,2% fand keine Mehrheit.
Der Vorschlag der LINKEN lag ursprünglich bei 46%.
Da unsere im Punkt 3 genannten Vorschläge Eingang in den Haushalt fanden, haben wir dem Kompromissvorschlag der SPD von 46,25% dann zugestimmt.
Damit wird zwar das strukturelle Defizit des Kreishaushaltes nicht ausgeglichen. Aber wir hoffen, dass wir so den finanziellen Spielraum der Gemeinden etwas erweitern konnten.
Unsere Zustimmung fand auch der Vorschlag der Verwaltung, künftig eine Progressionsregelung bei der Berechnung der Kreisumlage einzuführen. Danach sollen die finanziell besser gestellten Gemeinden stärker als die anderen zur Kreisumlage herangezogen werden. Diese Regelung bedarf aber der Veränderung der Landesgesetze, so wie es sie in anderen Bundesländern bereits gibt. Wir hoffen, dass die ausgeführten Berechnungen und Modellvorschläge nun das Brandenbugische Innenministerium überzeugen werden.
Dr. Edeltraud Radochla, stellv. Fraktionsvorsitzende
25.10.2008
Die SPD-Fraktion des Kreistages Spree-Neiße stellte zur Konstituierung des Kreistages am 22.10.08 den Antrag, den in der letzten Legislaturperiode eingerichteten Beirat „Grundsicherung nach dem SGB II“ aufzulösen.
In diesem Beirat waren bisher drei Abgeordnete des Kreistages und 11 Vertreter von Institutionen tätig.
Die Begründungen dafür waren:
- Die Probleme seien nicht mehr so schwerwiegend,
- Der Beirat sei nicht so angenommen worden,
- Es habe sich alles eingespielt.
Die Alternative dazu wäre nach Ansicht der SPD, die bisherigen Aufgaben des Beirates vom Werksausschuss des Eigenbetriebes „Grundsicherung für Arbeitssuchende“ mit zu übernehmen.
Unsere Argumentation, dass damit vor allem die Arbeitnehmer- und Arbeitgeber-Vertreter sowie die Initiativen der Betroffenen ausgeschlossen werden, fand kein Gehör.
Der Kommunalwahlkampf ist vorüber und die SPD Fraktion im Spree- Neiße Kreis, die angebliche „Soziale Kraft“ lässt nun schon mit ihrem ersten Antrag erkennen, was ihr ihre Wahlaussagen tatsächlich wert sind. „Was interessiert uns unser Geschwätz von Gestern.“ –Man hätte es wissen müssen.
Anstatt zu überlegen, wie die Arbeit des Beirates effektiver und zielgenauer in dieser Legislaturperiode organisiert werden könnte, um den ALG II Empfänger/innen bei nach wie vor bestehenden Problemen und Sorgen eine Anlaufstelle zu bieten, wird der Beirat einfach mit der Mehrheit des Kreistages aufgelöst.
Die Fraktion DIE LINKE stimmte geschlossen gegen die Auflösung des Beirates. Nach wie vor sehen wir die Notwendigkeit für die Arbeit eines solchen Gremium. Wir werden die nächste Fraktionssitzung nutzen, um uns zu den Auswirkungen dieser Mehrheitsentscheidung zu verständigen.
Wir rufen aber auch die Betroffenen auf: Schweigen Sie nicht! Sagen Sie Ihre Meinung! Wenden Sie sich an den Kreistag, an seinen Vorsitzenden. Oder richten Sie Ihre Proteste an den Petitionsausschuss. Nur gemeinsam können wir Mehrheiten verändern.
Kerstin Bednarsky
Der Beirat „Grundsicherung nach SGB II“ setzte sich aus Vertretern des Werksausschusses, der Gemeinden, der Betroffenen, der Arbeitgeber, der Gewerkschaften, der Liga der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege, einem Vertreter der Wirtschafsförderung und einem Vertreter des Sozialamtes zusammen.
Uns ist unverständlich, dass in einer Zeit, in der die Sozialgerichte der Klageflut von Hartz IV Betroffenen nicht mehr Herr werden, die neueste OECD-Studie bescheinigt, dass die Armut in Deutschland schneller zugenommen hat als in anderen Ländern, dass vor allem das Armutsrisiko von Kindern fünfmal schneller stieg als im Durchschnitt der OECD- Länder, ein solch wichtiges Beratungsgremium einfach abgeschafft wird. Glaubt man bei SPD und CDU die Lage im Landkreis Spree- Neiße sei besser als die schlechten Werte in Deutschland?
Passt die Abschaffung des Beirates zu Frau Merkels Leitspruch „Mehr Demokratie wagen“ oder nehmen die Kollegen der SPD ihren eigenen Vorsitzenden nicht ernst, der in der Aktuellen Stunde des Landtages zur Finanzkrise vor einer „ernstzunehmenden Vertrauenskrise“ warnte.
Unser Politikverständnis geht davon aus, dass wir nicht genug Politikberatung durch kompetente und betroffene Menschen haben können.
Birgit Wöllert