2. Juni 2016 Marco Büchel

Transparenz bei Antibiotika-Daten ist ein wichtiger Schritt voran

Am Mittwoch wurden im Verbraucherschutzausschuss des Landtages die neuen Antibiotika-Daten aus der Tierhaltung vorgestellt. Dazu erklärt der verbraucherschutzpolitische Sprecher der LINKEN im Landtag, Marco Büchel:

Das Brandenburger Verbraucherschutzministerium hat erstmals detaillierte und aussagekräftige Daten zum Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung veröffentlicht. Damit setzt es auch einen Teil des Kompromisses zum Volksbegehren gegen Massentierhaltung um, wie ihn Koalition und Initiatoren ausgehandelt haben.

Es zeigt sich, dass sich die Mitte 2014 eingeführte Datenerhebung eingespielt hat. Und erfreulicherweise geht der Antibiotikaeinsatz über die letzten drei Halbjahre stetig zurück. Bei einigen Nutztierarten liegt Brandenburg noch über dem Bundesdurchschnitt, bei anderen darunter. Während bei Rindern nur selten Antibiotika angewendet werden, gibt es bei Mastgeflügel und Schweinen weiteren Handlungsbedarf. Betriebe mit überdurchschnittlichem Verbrauch müssen laut Arzneimittelgesetz Maßnahmen für bessere Tiergesundheit und damit zur Antibiotikareduzierung vorlegen.

Handlungsbedarf gibt es außerdem bei den sogenannten Reserve-Antibiotika, die der Anwendung in der Humanmedizin vorbehalten bleiben sollen. Der Landtag hatte sich 2015 dafür ausgesprochen, den Einsatz von Reserve-Antibiotika in der Nutztierhaltung zu vermeiden. Hier muss allerdings der Bund tätig werden.