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21. Juni 2016 Christian Görke

Niemals vergessen! Zum 75. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion

Wehrmacht bei Lwiw (Lemberg) am 22.6.1941, Foto: Bundesarchiv (CC BY-SA 3.0)

Wehrmacht bei Lwiw (Lemberg) am 22.6.1941, Foto: Bundesarchiv (CC BY-SA 3.0)

Christian Görke, Landesvorsitzender DIE LINKE Brandenburg, erklärt anlässlich des 75. Jahrestags des Überfalls auf die Sowjetunion:

"Der 22. Juni 1941 war der Auftakt eines der beispiellosesten Verbrechen der Neueren Geschichte. An diesem Tag überfiel die faschistische deutsche Wehrmacht, ohne Kriegserklärung und unter Bruch des Nichtangriffsvertrages vom 23. August 1939, die Sowjetunion und überzog sie mit einem barbarischen Angriffs- und Vernichtungskrieg. Unsagbares, millionenfaches Leid war die Folge. Der Überfall auf die Sowjetunion, mit dem der 2. Weltkrieg zu einer globalen kriegerischen und millionenfach Menschenleben vernichtenden Auseinandersetzung wurde und kein Land der Erde mehr sicher war, in diesen Konflikt hineingezogen zu werden, ist und bleibt für DIE LINKE eine historische Mahnung, immer und immer wieder für Frieden einzutreten.

Es grenzt an ein Wunder, dass Russen, Ukrainer und Weißrussen den Deutschen nach 1945 diese Mord- und Schandtaten vergeben und auch nach 1990 die Hand ausgestreckt haben, um mit dem wiedervereinigten Deutschland auf gutnachbarschaftlichem Fuß zu leben. Umso befremdlicher erscheint vor diesem Hintergrund die Politik der Bundesregierung, die sich an Nato-Manövern und einseitigen Sanktionen gegen Russland beteiligt und ihrer Brückenfunktion zwischen West und Ost nur ganz unzureichend gerecht wird.

Gerade im Umgang mit Russland mahnen wir zu Vernunft, Sensibilität  und Augenmaß. Kaum ein internationaler Konflikt ist ohne Russland zu lösen. Drohungen sind der falsche Weg, Meinungsverschiedenheiten auszuräumen. Wir Deutsche sollten daran nicht mitwirken und uns vielmehr als verlässliche Partner verstehen. Gleichzeitig gilt es, völkischem Gedankengut und nationalistischer Überheblichkeit energisch entgegenzutreten. Nur so zollen wir unserer eigenen Geschichte nachträglich Respekt und zeigen, dass wir den Sumpf des unsagbar Verbrecherischen wirklich trockengelegt haben.  

Der 22. Juni 2016 ist für uns ein Tag, der uns mit Trauer erfüllt und an die vielen tausenden Familien in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion denken lässt, aufgrund des deutschen Überfalls ihre Angehörige für immer verloren haben."