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2021 in Guben/Gubin

Juliane Lehmann

Gubener Mahnwache für Menschenrechte

Protest gegen rechte „Grenzgänge“ des III. Wegs

Am Samstag, den 23.10., begann auf dem Gubener Dreieck eine zahlreich besuchte 24 stündige Mahnwache gegen die angekündigten „Grenzgänge“ des III. Wegs statt.
Der III. Weg, die Kleinstpartei, deren Führung und Basis sich aus astreinen Neonazis zusammensetzt, rief zu Grenzkontrollen - wenn möglich mit Nachtsichtgeräten - auf. Dieser Aufruf ließ natürlich Hetzjagden befürchten, wie Guben sie in den 1990ern schon einige Male erlebt hatte.

Dem Aufruf, mit der Mahnwache ein Zeichen gegen diesen rassistischen Grundgedanken zu setzen, dass sich Deutschland „rein und weiß“ halten müsse und deshalb Schutzsuchenden jede Möglichkeit des Schutzes von vornherein verwehrt werden müsse, folgten viele.

Die Mahnwache zählte am Samstag 150 Besuchende, sogar in wechselnder Besetzung. Es gab Unterstützung durch verschiedenste Organisationen und Privatpersonen, die für Verpflegung oder Unterhaltung sorgten, so zum Beispiel die Heilsarmee, die Kirchen, das Wilke Stift und fast alle Direktkandidat*innen für die vergangene Bundestagswahl im Wahlkreis Spree Neiße. Auch der Oberbürgermeister Fred Mahro (CDU) war zugegen, hielt aber leider keinen Redebeitrag wie viele andere Organisationen, die die Mahnwache unterstützten.

DIE LINKE unterstützte die Mahnwache mit einem Redebeitrag Diethelm Pagel (Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE Spree-Neiße), einer großen Menge Gummibärchen und ihrem Lautsprecherwagen aus Potsdam, der für die musikalische Unterhaltung sorgte.

Bis in die späten Nachtstunden war die Stimmung sehr lebendig, es wurden Kurzfilme gezeigt, Musik gehört und sich an einer Feuerschale gewärmt. Auch nachdem ab 22 Uhr die Musik ausgestellt werden musste, harrten die Besucher*innen der Mahnwache aus. Bis auf einige Pöbler, denen von der Versammlungsleitung ein Platzverweis erteilt wurde, und einigen Autofahrern, die provokant Rechtsrock aus ihren offenen Fenstern schallen ließen, blieb die Veranstaltung ruhig und friedlich.

Nach dem vom Wilke Stift gespendeten Frühstück verließ der Großteil der Antirassist*innen nach den Aufräumarbeiten das Dreieck, während die Nachhut den Platz besenrein fegte und ein gutes Fazit aus der Veranstaltung ziehen konnte.

Das hohe Maß an Engagement, Selbstorganisation und Beharrlichkeit aller Beteiligten auf und abseits der Mahnwache sorgte dafür, dass sich die Neonazis des III. Wegs sicher sein konnten, dass sie in dieser Nacht nirgendwo unbeobachtet blieben und eine kritische Masse stets bereit war, die Mahnwache als sicheren Ort und Anlaufpunkt aufrechtzuerhalten.

Als die Neonazi-Aktivitäten schließlich auf nahezu Null sanken, besprach die Mahnwache als Kollektiv, nach dem Frühstück die Versammlung aufzulösen.

Wir danken allen Antirassist*innen und Antifaschist*innen, die den Veranstalter*innen den Rücken gestärkt und gezeigt haben, dass praktische Solidarität sehr schnell und wirksam organisiert werden kann.                                                                                                                               Fotos: Frithjof Newiak

Rassismus ist keine Meinung

Die faschistische Partei "Der III. Weg" ruft für Samstag, den 23.10. in und um Guben dazu auf, Menschen am Grenzübertritt zu hindern. Kommt zur 24h-Mahnwache, um diesen menschenverachtenden Handlungen der Neonazis etwas entgegenzusetzen!

Die Nachricht  über die Öffnung der Grenze von Belarus nach Polen hat große Kreise gezogen. Geflüchtete versuchen unter Einsatz ihres Lebens ihren katastrophalen Lebensumständen zu entkommen und wählen nun vermehrt die Route über Belarus und Polen nach Ost-Brandenburg, um in West- oder Nacheuropa ein sicheres Leben führen zu können. In Deutschland kommen sie völlig entkräftet und unterkühlt an und brauchen oft medizinische und psychologische Betreuung.

Die faschistische Partei “Der III. Weg” ruft für Samstag, den 23.10. in und um Guben zur Menschenjagd auf. Sie wollen Schutzsuchende am Grenzübertritt hindern und erschaffen so den Eindruck einer „Bürgerwehr“, die „Selbstjustiz“ ausüben will. Hierzu ruft sie überregional auf.

Wir wollen den Neonazis nicht die Region überlassen. Wir wollen ein Zeichen setzen, dass Asyl ein Menschenrecht ist und bleibt. Gerade die aktuellen erschreckenden Bilder aus Afghanistan nach der Machtübernahme der Taliban sollten uns zum Handeln zwingen.

Kommt zur Mahnwache, um diesen menschenverachtenden Handlungen der Neonazis etwas entgegenzusetzen!

Unsere Mahnwache wir sich über 24 Stunden ziehen. Wir werden versuchen, einen Grundstock an Verpflegung bereitszustellen. Es ist wichtig, auch in der Nacht präsent zu sein, da genau dann der „III. Weg“ seine „Grenzüberwachung“ durchführen will.

Wann?    23.10. 14:00 Uhr über Nacht bis 24.10. 14:00 Uhr
Wo?        auf dem Dreieck (Berliner Straße 44) in 03172 Guben

Tag der Befreiung

Am 8.Mai trafen sich in Guben Mitglieder der Fraktion DIE LINKE, Mitglieder und Sympatisant*innen sowie ein Vertreter der SPD am Platz des Gedenkens.
Hier sind 72 sowjetische Opfer bestattet.

Der Fraktionsvorsitzende Steffen Buckel-Ehrlichmann sprach gedenkende Worte und erinnerte, daß die schweren Gefechte von Februar bis April 1945 führten zu schweren Zerstörungen der Stadt Guben/Gubin. Fast 90 Prozent des historischen Stadtzentrums wurden zerstört, verbunden mit vielen zivilen Opfern.
Aktuelle Aufgabe muß es deshalb sein, aktiv für Frieden und Abrüstung zu kämpfen und gute nachbarschaftliche Beziehungen zu den Ländern insbesondere Europas zu entwickeln. Außerdem gilt es, sich dem wiederaufkeimenden Neofaschismus und Rassismus entgegenzustellen.

Farid Guendoul - unvergessen

Am Todestag des algerischen Asylsuchenden Farid Guendoul (Omar Ben Noui) trafen sich in Guben Vertreter*innen der Stadt, Mitglieder der Fraktion DIE LINKE in der stadtverordnetenversammlung sowie Mitglieder der LINKEN und Gubener Bürger*innen an seinem Gedenkstein.

In der Nacht zum 13. Februar 1999 stirbt in Guben der algerische Asylsuchende Farid Guendoul, der in Deutschland unter dem Namen Omar Ben Noui lebt, nachdem er und zwei Freunde versuchen, sich vor einer Meute rassistischer Jugendlicher, welche sie durch die Stadt hetzen, in Sicherheit zu bringen. Farid Guendoul und Issaka K. wollen sich in einen Hauseingang retten. In Todesangst tritt Farid die Glasscheibe der Haustür Hugo-Jentsch-Straße 14 ein und verletzt sich dabei so schwer, dass er binnen Minuten verblutet.

Quelle: www.todesopfer-rechter-gewalt-in-brandenburg.de/gedenken-guben.php
Foto:    https://www.tagesspiegel.de/images/omar-ben-noui/1934934/3-format1012.jpg            

Dieter Reschke

Geburtstag des ersten Präsidenten der DDR

Gubener Genossinnen und Genossen am Ehrenmal von Wilhelm Pieck
Zwei GenossInnen legen ein Gebinde nieder
Das Gebinde der LINKEN. Guben am Denkmal

Anläßlich des 145. Geburtstages trafen sich Vertreter der Gubener LINKEN zur traditionellen Ehrung am Pieck-Monument in seiner Geburtsstadt.

Steffen Buckel-Ehrlichmann sprach würdigende Worte zum Leben von Wilhelm Pieck.

Er wurde im östlichen Teil Gubens (heute Gubin) geboren. Hier besuchte er die Schule, erlernte den Beruf eines Tischlers, ging auf Wanderschaft, kam mit der Arbeiterbewegung in Berührung, wurde Gewerkschafter, später Mitglied der SPD und war nach dem I. Weltkrieg Mitbegründer der KPD. Wegen seiner politischen Tätigkeit, u.a. gegen Krieg, wurde er mehrfach inhaftiert.
Er emigrierte in der Zeit des Faschismus nach Paris und später nach Moskau. Hier wurde er für die Dauer der Inhaftierung Thälmanns zum Vorsitzenden der KPD gewählt. Er war u.a. Mitinitiator der Gründung des „Nationalkomitees Freies Deutschland“.
Nach dem Krieg setzte er sich für die Vereinigung von KPD und SPD zur SED ein, deren Vorsitzender er gemeinsam mit Otto Grotewohl wurde. Mit Gründung der DDR wurde er deren erster und einziger Präsident.

 Anschließend wurde ein Gebinde am Monument niedergelegt.