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2023 & 2024 in Guben/Gubin

Guben zeigt sich bunt

Der Demonstrationszug durch Guben

Am 11.2. war es soweit. Nachdem in ganz Deutschland schon hunderte Demonstrationen mit Millionen von Beteiligten veranstaltet worden waren, hat auch Guben die Dynamik aufgenommen und sich eingereiht. Trotz gänzlich unpassenden Wetters hatten ca. 300 Menschen das dringende Bedürfnis für Demokratie und Menschenrechte auf die Straße zu gehen. Empfangen wurden sie leider von einem 11 köpfigen Mob von Neonazis, die versuchten, die Demonstrierenden zu provozieren und einzuschüchtern.
Andrej Britner, sachkundiger Einwohner für die Linke im Wirtschaftsausschuss des Kreistags, schloss als Versammlungsleiter die Neonazis von der Versammlung aus und moderierte die Kundgebung und die anschließende Demonstration.
Nachdem sich Juliane Lehmann und Jonas Glaser - beide kandidieren für Die Linke für die Stadtverordnetenversammlung - mit dem Fronttransparant bereit gestellt hatten, packte einen Pkw Fahrer der Drang, schnell auf den Demonstrationszug zuzufahren und nur wenige Zentimeter vor einem sicheren Zusammenprall abrupt zu bremsen - eine Drohgebärde, die die in der Nähe stehenden Neonazis mit Sprüchen wie „Fahr einfach durch“ befeuerten.
Die Situation wurde durch Bürgermeister Mahro entschärft und der Pkw zog rückwärts von dannen.
Im weiteren Verlauf erfreuten sich die Demonstrierenden an einem bunten und musikalisch begleiteten Aufzug, bis es zur Abschlusskundgebung ein offenes Mikrofon gab. Einige nutzten die Möglichkeit, um Worte sowohl über die Wichtigkeit antifaschistischen Widerstands als auch die Weiterentwicklung direkter Demokratie an die Menge zu richten.
Die Linke. Guben möchte sich bei allen bedanken, die mit ihrer Teilnahme an der Demonstration gezeigt haben, dass es in Guben Hoffnung für Werte wie Solidarität und Menschenrechte gibt.

Gedenken der Pogromnacht

Stolpersteine mit Kerzen und Blumen

Am 9. November trafen sich in alter Tradition LINKE-Mitglieder und Sympathisant*innen, um der Opfer der Pogromnacht von 1938 zu gedenken und ihnen durch das Aufstellen von Kerzen Sichtbarkeit zu verschaffen.
Andrej Britner begrüßte die im Vergleich zum Vorjahr gewachsene Gruppe an Gedenkenden, Juliane Lehmann äußerte in ihrem Redebeitrag ihre Sorge hinsichtlich stärker werdender Verallgemeinerungen in der Diskussion um den Nahost-Konflikt, die rassistische Vorurteile verstärken. Gerade jetzt, in einer Zeit, in der sich antisemitische Äußerungen wieder erschreckend oft häufen, war es dringend notwendig, den diesjährigen Redebeitrag in Bezug zur Gegenwart zu stellen:

Unser Gedenken am 9.11. an die Pogrom-Nacht von 1938 hatte in den letzten Jahren einen rein geschichtlichen Bezug. Wir erleben aber - ob im Internet oder durch Äußerungen und Taten in der realen Welt - ein so starkes Aufleben von Antisemitismus, dass sich hier und heute der Bezug zur Gegenwart stark aufdrängt.
Als erstes Statement möchte ich einen Post des jüdischen Schriftstellers Max Czollek zitieren.
„Können wir uns bitte darauf einigen, dass gerade eine reale Gefahr für Juden, Jüdinnen und jüdische Einrichtungen in Deutschland existiert. Und dass dafür nicht »die Muslime«, sondern Menschen mit bestimmten politischen Einstellungen verantwortlich sind? Wäre wirklich sehr hilfreich. Danke.“
Mit dem Terrorangriff der Hamas auf israelisches Gebiet flammte ein Diskurs auf, der sich so gern dem Mittel der Verallgemeinerung bedient. Wir schauen auf die Religion eines Menschen und meinen, daran die politische Einstellung des Menschen ablesen zu können. Wir schauen auf die Hautfarbe eines Menschen und meinen, daran bestimmen zu können, ob der Mensch das Recht haben sollte, in Deutschland zu leben. Wir stecken Menschen in Schubladen mit allen möglichen Folgen.
Wie sagte Friedich Merz so schön? „Deutschland kann nicht noch mehr Flüchtlinge aufnehmen. Wir haben genug antisemitische junge Männer im Land“ - haben wir ein Glück, dass die weiße, deutsche Bevölkerung ja gegen Antisemitismus immun ist und wir keinerlei Probleme mit Hitlergruß zeigenden, prügelnden Neonazis,
 Angehörigen der Polizei, die antisemitische Chat-Gruppen füllen oder AfD-Gaulands haben, die die Zeit des 3. Reichs, die Zeit der Shoa, als „Fliegenschiss in der deutschen Geschichte“ herunterspielen. Die Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung weist seit Jahren darauf hin, dass Antisemitismus in der Mitte der Gesellschaft immer stärker wird. Äußerungen zum „importierten“ Antisemitismus dienen in der Regel dazu, sich die weiße, deutsche Weste reinzuwaschen und sich in Abgrenzung zu muslimischen Menschen - egal , ob sie sich antisemitisch äußern oder nicht - wie der bessere Teil der Gesellschaft zu fühlen.
Wer meint, dass die antisemitischen Straftaten erst wieder seit der militärischen Reaktion Israels auf den Terrorangriff der Hamas begonnen haben, dem sei ein Blick in die Chronik antisemitischer Vorfälle der Amadeu-Antonio-Stiftung empfohlen.
Wir haben Anfang November. In diesem Jahr sind in der Chronik schon 86 Vorfälle registriert - vom Brandanschlag bis zu Graffiti, Hitlergruß oder Beleidigung. 2022 waren es 133 Vorfälle. 2021 sogar 309, die in der Regel in Zusammenhang mit den Verschwörungserzählungen in Bezug auf die Corona-Pandemie standen. Die Zahl der Vorfälle in den letzten Jahren zeigt: Antisemitismus war nie weg und entfaltet gerade in Krisenzeiten sein riesiges menschenfeindliches Potenzial - ob es gegen jüdische Menschen selbst geht oder - in instrumentalisierter Form - gegen Muslim*innen, denen in ihrer Gesamtheit Antisemitismus unterstellt wird und damit wiederum deren Benachteiligung gerechtfertigt wird.
Wir dürfen in der Diskussion über Konflikte diese nicht über die Hardliner definieren. Das hilft dem Frieden nicht und gibt den Hardlinern noch mehr Macht. Es ist klar, dass deren Positionen unvereinbar sind. Wir müssen differenzieren.
Die Hamas ist nicht gleichbedeutend mit „den Palästinenser*innen“ und diese sind nicht gleichbedeutend mit allen Muslim*innen auf der Welt.
Netanjahu und seine Partei sind nicht deckungsgleich mit allen Menschen in Israel und die sind nicht deckungsgleich mit allen Jüd*innen auf der Welt.
Warum gibt es den Drang, jüdische Menschen hier in Deutschland für Netanjahus Siedlungspolitik büßen zu lassen?
Warum gibt es den Drang, muslimische Flüchtende für Taten der Hamas büßen zu lassen, indem man ihnen die Flucht nach Deutschland noch mehr erschwert?
Wie groß wäre der Aufschrei in Deutschland, würde man wie folgt verallgemeinern:
Deutsche sind weiß, also konservativ, also wählen AfD, also sind Neonazis, also setzen Asylheime in Brand und schießen auf Synagogen. Das ist alles so schon passiert, aber betrifft eben nicht alle und ist somit eine vollkommen unzulässige Aussage.
Wir müssen Widersprüche aushalten, das heißt, wir können das Existenzrecht Israels anerkennen und trotzdem die Siedlungspolitik oder die momentane Art der Kriegsführung kritisieren, die übrigens auch von einigen politischen Kräften in Israel kritisiert wird.
Wir können um zivile Opfer auf palästinensischer Seite trauern und trotzdem die Hamas verurteilen.
Worauf wir uns einigen können:
- Die Hamas ist eine antisemitische Terrororganisation, die Israel auslöschen möchte und die dem Frieden im Weg steht
- Die israelische Siedlungspolitik ist schlecht und steht dem Frieden im Weg

Ich möchte heute auch mit Max Czollek schließen und euch damit für euer Kommen danken:
„Es ist eine große Herausforderung bei all der menschlichen Kälte, die gerade um sich greift, den eigenen Humanismus nicht zu verlieren. Und dafür braucht es Freund*innen und Verbündete mehr denn je. Darum lasst nicht zu, dass ihr einander verliert. Gerade jetzt.“

DIE LINKE. Guben feiert wieder Weltfriedenstag

Gelungen und zufrieden?
Kinderschminken

Wenn auch nicht auf den Stichtag des Weltfriedenstages, aber immerhin bei idealem Wetter feierte DIE LINKE. Guben am 2. September auf dem Gubener Dreieck wie auch im letzten Jahr ein fröhliches Kinderfest.

Neben Hüpfburg, Kinderschminken und Popcorn konnten sich die großen, kleinen und kleinsten Gäste beim Malen und Basteln vergnügen.

Juliane Lehmann, Mitglied der LINKEN. Guben, meint: „Im letzten Jahr war es schon ein sehr schönes Fest. Wir hoffen, dass wir dieses Kinderfest wieder zu einer Tradition werden lassen können.“
Andrej Britner will an der Stelle mit Dank nicht sparen: „Ohne die vielen helfenden Hände wäre es für uns viel mehr Arbeit gewesen. So konnten wir alle das Fest zusammen genießen“.

                                                                                                                                                 Fotos: Juliane Lehmann und Jörg-Dieter Reschke

Juliane Lehmann

„Auf ein Wort“

mit Anke und Sebastian auf Tuchfühlung

Im Gespräch mit Fred Mahro, Gubener Bürgermeister
Im Gespräch mit Fred Mahro, Gubener Bürgermeister

Es war ein heißer, langer, ereignisreicher Tag in Guben am 15. August.
Erst besuchten Anke Schwarzenberg und Sebastian Walter (beide MdL Brandenburg) zusammen mit Diethelm Pagel (Fraktionsvorsitzender DIE LINKE im Kreistag) und Andrej Britner (BO DIE LINKE. Guben) Bernd Starick von der Bauern AG Neißetal. Im Anschluss folgten Gespräche mit dem Bürgermeister Fred Mahro, ein Besuch auf dem Gelände der zukünftigen Bifi-Fabrik sowie des bald aktiven Pflegefachzentrums.
Einen Besuch im Museum der Gubener Tuche und Chemiefaser ließen sich die vier natürlich auch nicht nehmen.
Ab 17 Uhr ging es bei unverminderter Hitze weiter in die Räume des CityBlick heiß her, um mit mehr als 30 Mitgliedern der LINKEN und Interessierten ins Gespräch zu kommen. Die Fragen drehten sich um die zukünftige Finanzierung der Pflegeheime, die Haltung der LINKEN zum russischen Angriffskrieg oder um die Strategie, um dem immer stärkeren Rechtsruck in der Gesellschaft entgegenzutreten.
Gegen 19 Uhr konnten sich die beiden Abgeordneten auf den wohlverdienten Heimweg machen.

Die Rückmeldungen, die die Besucher*innen zu diesem Gesprächsangebot gaben, waren durchweg positiv. Es ist wichtig, die verschiedenen politischen Ebenen - in diesem Fall die lokale, Landkreis- und Landesebene - miteinander zu verbinden und ins Gespräch zu kommen.

Tag der Befreiung

Erinnerung und Mahnung in Guben

J.-D. Reschke
Teilnehmer der Veranstaltung
J.-D. Reschke
Mitglieder der Fraktion DIE und SPD mit Blumenebinden
J.-D. Reschke
die Blumengebinde von SPD und DIE LINKE auf dem Ehrenmal

Am 8. Mai 2023, dem 78. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus, versammelten sich Gubener Bürgerinnen und Bürger, Genossinnen und Genossen sowie Freunde, um an dieses historische Ereignis zu erinnern. Gemeinsam gedachten sie der Millionen von Menschen, die im Zweiten Weltkrieg ihr Leben verloren und derer, die ihr Leben im Kampf gegen den Faschismus gaben.
In seiner Rede betonte Diethelm Pagel (Kreistagsabgeordneter der LINKEN), dass der 8. Mai ein Tag der Erinnerung und Mahnung sei. Angesichts des weiter eskalierenden russischen Angriffskriegs in der Ukraine und der damit einhergehenden Gefahr eines Dritten Weltkrieges mahne dieser Tag, gegen jeden imperialistischen Krieg und für Frieden und Völkerfreundschaft einzustehen. Weiterhin wurde darauf hingewiesen, dass Rechtsextremismus und Diskriminierung leider auch in der heutigen Zeit in der Gesellschaft präsent sind. Ein Beispiel dafür sei der Brandbrief von Lehrkräften der Grund- und Oberschule aus der Gemeinde Burg/Spreewald, der auf das Problem der bei uns erneut aufgetretenen Fälle der Diskriminierung und des Rechtsextremismus aufmerksam gemacht hat.
Es ist unsere Verpflichtung, dem Wiedererstarken des Faschismus entschieden entgegenzutreten und für eine freie und demokratische Gesellschaft zu kämpfen. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Opfer des Nationalsozialismus umsonst gestorben sind. Die Erinnerung an die Millionen Toten im Krieg und die Verbrechen des Nationalsozialismus muss wach gehalten werden, um für eine bessere Zukunft zu kämpfen.
Die Gedenkveranstaltung in Guben war ein wichtiges Zeichen für Toleranz, Menschlichkeit und Frieden. Wir müssen uns gemeinsam gegen jede Form von Diskriminierung, Rassismus und Ausgrenzung stellen und für eine Gesellschaft einstehen, in der Vielfalt und Respekt vor dem Einzelnen gelebt werden. Der 8. Mai bleibt ein Tag der Erinnerung und Mahnung – für eine bessere Zukunft ohne Faschismus und Krieg.

Ungebrochen Solidarisch

1. Mai in Guben

Das Wetter zeigte sich am 1.5. von seiner sympathischsten Seite - so versuchte, DIE LINKE. Guben es dem Wetter gleichzutun.

Neben der Verteilung von zahlreichen Geschenktütchen durch die LINKE-Fraktion der Stadtverordnetenversammlung gab es auch in diesem Jahr, abgedeckt durch ihre Mitglieder, vegane Verköstigung der Gäste. Dieses Jahr war das gefüllte Pfannenpizza nach marokkanischem Rezept.

Des Weiteren gab es heute das Novum eines Quiz' auf der Bühne, welches durch DIE LINKE-Mitglieder Andrej Britner und Juliane Lehmann moderiert wurde. Vier Teilnehmende gaben auf der Bühne ihr Wissen über die Tradition des 1. Mai, die heutige Parteienlandschaft sowie Sozialpolitik zum Besten und gingen alle mit kleinen, aber feinen Preisen von der Bühne. 

Die Gubener können auf die inhaltlichen Beiträge der LINKEN Guben gespannt sein, die sie zu den kommenden Maifesten zu sehen bekommen.

 

JC COMET saniert

Steffen Buckel
Überreichung des Checks vor dem Jugendclub

In städtischer Regie wurde der Jugendclub COMET in Guben umfangreich von mehreren Fachfirmen saniert.
Parallel dazu haben die Mitarbeiter des COMET in Eigenleistung malermäßige Ausbesserungsarbeiten in Büros und Aufenthaltsräumen durchgeführt.
Die Fraktion DIE LINKE.Guben hat diese Aktion mit einer 500,00 Euro - Spende aus ihrem Pieck- Fonds unterstützt. Die symbolische Scheckübergabe erfolgte am Gründonnerstag im Rahmen des COMET- Osterfeuers durch  die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Anke Schwarze.

Jugendclub Comet

Der Jugendclub Comet war, bis zu seiner Übernahme durch den Förderverein für alternative Jugendarbeit und Jugendkultur e.V., eine städtische Einrichtung, welche nicht länger von der Stadt betreut und finanziert werden sollte.

Im Sommer 2000 erging die Anfrage an den Förderverein, ob die Möglichkeit bestünde den Jugendclub Comet, der aus 2 Containern, 1 Büro und vielen Jugendlichen bestand, durch pädagogisches Fachpersonal inhaltlich mitzubetreiben. Der Vorstand des Vereins willigte nach langen Verhandlungen und Überlegungen ein und ebnete somit den Weg für ein weiteres Standbein des Vereins innerhalb der Stadt Guben. Eine Mitarbeiterin wurde in den Jugendclub zur Umsetzung der sozialpädagogischen Jugendarbeit berufen, welche bis heute praktiziert wird. 2001 übernahm der Verein die gesamte Trägerschaft der Einrichtung Jugendclub Comet. 

Die Arbeit im damaligen Jugendclub Comet, welcher zu der Zeit aus einer traditionellen Cliquenbildung bestand, die der rechten Jugendkultur zugehörig war und durch ihre Ideale, Neuem gegenüber eher abgeneigt war, war sehr viel spezieller als die alternative Jugendarbeit, zur gleichen Zeit im Jugendcafé „no budgeT“. Das Gruppengefüge im Jugendclub Comet war sehr stark und hatte eine hohe Altersstruktur, welche natürliche Abkopplungsprozesse sehr schwer ermöglichte.

Im Laufe der weiteren Jahre, wurden die bis dato vor Ort vorhandenen Container entfernt und die Räumlichkeiten innerhalb des Gebäudes 2004/2005 saniert und umgestaltet. Das Jugendcafé „no budgeT“ zog gemeinsam mit dem Jugendclub Comet in das jetzige Objekt, welches somit auch gleichzeitig der neue Standort des Fördervereins wurde.

24. Gedenken an den Tod von Farid Guendoul

Juliane bei ihrem Redebeitrag am Gedenkstein für Farid Guendoul

Die Gubener LINKE gedachte am 12.2. Farid Guendoul, der 1999 in der Hugo-Jentsch-Straße in den Tod gehetzt wurde.
Diese Gelegenheit, als Linke zusammenzukommen, nutzten die Anwesenden auch dieses Jahr, um auf aktuelle rassistische Diskurse aufmerksam zu machen.
So kritisierten Andrej Britner und Juliane Lehmann, dass die Massenzustroms-Richtlinie vom Rat der EU nicht schon im Jahr 2015 aktiviert wurde, als viele syrische Geflüchtete in Deutschland Schutz suchten. Im Falle des Kriegs in der Ukraine wurde die Richtlinie das erste Mal aktiviert, was aber sieben Jahre früher auch schon angemessen gewesen wäre.
Des Weiteren machten die beiden auf die Doppelmoral aufmerksam, mit der - speziell im Zusammenhang mit den Angriffen gegen Rettungskräfte am Silvesterabend in Berlin - Fehlverhalten beurteilt wird. So berichteten Juliane Lehmann und Andrej Britner, dass eine Berichtigung der Zahlen von Festgenommenen seitens der Polizei erst eine Woche nach den Geschehnissen veröffentlicht wurde und auch der Anteil der deutschen aufgrund von Böllerattacken Festgenommenen erst eine Woche später berichtigt wurde - Zeit genug, um sich mit Phrasen über angebliche Integrationsverweigerer in diversen Medien um Kopf und Kragen zu schreiben.
Die Doppelmoral bezogen die Redner*innen auf den unterschiedlichen Bezug auf die Herkunft einer Person bei Fehlverhalten. Hält bei weißen Deutschen oft die Sozialisierung, die eigene Biografie und Lebensumstände als Erklärung für Fehlverhalten her, so wird bei Nicht-Weißen oder Nicht-Deutschen oft die vermeintliche Herkunft als Grund herangezogen.

Die Veranstaltung wurde mit einer Gedenkminute nicht nur an Farid Guendoul, sondern auch an die beim Erdbeben in der Türkei und in Syrien Gestorbenen beendet.                        Fotos: Jörg-Dieter Reschke

Juliane Lehmann

Erinnerung an Wilhelm Pieck

Das Wilhelm-Pieck-Denkmal in Guben

Noch am Vorabend trafen sich Anhänger*innen der faschistoiden Partei AfD am Wilhelm-Pieck-Denkmal in Guben. Daran erinnerte Andrej Britner bei der Veranstaltung anlässlich des Jahrestages von Wilhelm Piecks Geburtstag am 3.1.2023. Eine solch zynische Aktion am Denkmal eines Kommunisten durchzuführen, der an der Bildung der „Antifaschistischen Aktion“ und der „Roten Hilfe“ beteiligt war, würde wohl zum mehrfachen Umdrehen im Grabe Wilhelm Piecks führen, so Andrej Britner.
DIE LINKE.Guben weist neben der Erinnerung an eine Einzelperson aber auch darauf hin, dass sehr bekannte Persönlichkeiten oft innerhalb von Organisationen wirksam waren. Die Organisationen bzw. politischen Strukturen, in denen Wilhelm Pieck mitgewirkt hat, sind heute - in einer von zahlreichen Krisen geprägten Zeit - mehr denn je eine Notwendigkeit.
Wir wehren uns gegen  vermeintliche einfache „Lösungen“, die von rassistischer Seite geäußert werden, wonach auf einem Gebiet - trotz aller anderen Konflikte - die Menschen glücklich sein sollen, wenn nur alle eine Hautfarbe und Sprache hätten. Uns muss klar sein, dass sich alle gerade grassierenden Krisen - sei es der anstehende Klimakollaps, das Zunehmen von Krankheiten wie Corona oder der russische Krieg in der Ukraine - auf einen gemeinsamen Grund zurückführen lassen: der Drang des kapitalistischen Systems, sich alles zu eigen zu machen. Und sei der Schaden für die jetzige Menschheit und die kommenden Generationen auch noch so groß. Allein die Überwindung des Kapitalismus wird uns dauerhafte Stabilität bringen.
Auf ein Kämpferisches 2023!                                                                                    Fotos: Jörg-Dieter Reschke