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Anke Schwarzenberg

1. Juni

Wusstet ihr schon?

Dass am 01.06.2021 nicht nur Internationaler Kindertag sondern auch Weltmilchtag ist?
Wie wäre es mit einem Glas Milch zum Frühstück?!

Dieser Tag wird auch als internationaler Tag der Milch bezeichnet. Erstmals wurde dieser Tag 1957 ausgerufen, von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und dem Internationalen Milchwirtschaftsverband (IDF).
Der Weltmilchtag wird heute in über 30 Ländern gefeiert.

Milch ist neben vielen anderen Produkten ein wertvolles Lebensmittel, mit dem man sorgsam umgehen sollte. Gerade auch angesichts der Hungersnot in der Welt und der Arbeit, die in einem solchen Produkt steckt.

Leider wird der Milchpreis dem nicht gerecht.
Der Milcheinkaufspreis beträgt im Durchschnitt in Brandenburg und Berlin ca. 33 ct/kg. Dieser Preis liegt deutlich unter den Milcherzeugungskosten von ca. 44 ct/kg.
Mit ca. 22 % Unterdeckung müssen Milcherzeuger zurechtkommen. Aber wie?

Wenn die Marktmacht in nur wenigen Händen liegt und der Landwirt am Ende einer Lieferkette steht, wird es ihm schwer gemacht, sein Einkommen selbst zu erwirtschaften.
Landwirte brauchen einen Milchpreis, der die Produktionskosten inklusive eines gerechten Einkommens der Milcherzeuger abdeckt.
Das gelingt nur, wenn das System Milchmarkt verändert wird.

Den europäischen Milchmarkt gibt es seit 1958, aber auch der Weltmarkt spielt eine große Rolle.
Die Milchpreise legen die großen Einzelhandelsketten, wie Aldi, Lidl, Edeka, REWE und andere fest. Auch die verarbeitenden großen Molkereien beanspruchen ihren Anteil. Der Rest geht an die Milcherzeuger. Der Milchpreis wird also rückwärts gebildet und Landwirte haben kaum Mitspracherechte.

Dieser Marktmacht des Lebensmitteleinzelhandels muss man sich entgegenstellen. Wie kann das gelingen?
Die Marktordnung ändern, mehr regionale Verarbeitung und Vermarktung, Kriseninstrumente für Milchmengen festlegen.

Fakt ist, der freie Markt löst die Probleme nicht, sondern verschärft die bereits bestehenden.
Wir brauchen eine andere Landwirtschaftspolitik, die ökologische, ökonomische und soziale Aspekte verknüpft und berücksichtigt.

Genau deshalb ist dieser Weltmilchtag, ein politischer Tag.

Karrikatur: Miriam Wurster