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2021 in Kolkwitz / Gołkojce

Steffen Marquaß

Kolkwitzer Schulen digital ausgebremst

Blick in eine leere Schulklasse mit hochgestellten Stühlen. Im Vordergrund Schüler mit Maske.

Die Digitalisierung unserer Schulen ist seit 2019 in aller Munde. Die Umsetzung beziehungsweise die konkrete Festlegung, wie das Thema in der Praxis der verschiedenen Schulen realisiert werden soll, ist es jedoch leider nicht.

Die Bundes- und Landesregierung machte es sich vortrefflich leicht und hat Geld, das bis vor kurzem scheinbar noch im Überfluss vorhanden war, bereitgestellt. Ideen oder gar praktische Unterstützung jedoch fehlten. Besonders die Grundschulen, an denen es, abgesehen von einigen IT-affinen und/oder „willigen“ Lehrer*innen, keine Informatikfachlehrer*innen oder Fachkräfte gibt, stehen vor enormen Herausforderungen. Der Blick geht dann schnell in Richtung Schulträger, denen es aber auch nicht viel anders geht. Wie soll eine Gemeindeverwaltung - ohne eigene IT Mitarbeiter*innen oder Abteilungen – dieses Mammutprojekt schultern?

Die Folge ist ein sehr zäher Ablauf der Umsetzung der Bundesprojekte zur Digitalisierung der Schule.

Und…als hätte das nicht alles nicht schon gereicht, verschärft die Corona Pandemie noch mit seinen Erfordernissen, wie Wechselunterricht und Home-Schooling, die Situation ins fast Unerträgliche.

Hier galt es für DIE LINKE sich zu kümmern und den Ball aufzunehmen. Ausgehend von einer klaren Ist-Standanalyse haben wir in der Gemeindevertretung die Bildung einer überparteilichen Arbeitsgruppe „Digitalisierung Schule“ angeregt, die nun seit September 2020 regelmäßig zusammenkommt. Neben den Vertreter*innen aus den Fraktionen, für DIE LINKE ist dies Steffen Marquaß als stellvertretender Arbeitsgruppenleiter, gehören der Initiative auch Vertreter*innen der Verwaltung und des Schulwesens an. Das Ziel ist es, die Beteiligten an einen Tisch zusammenzubringen und notwendige Entscheidungen vorzubereiten. So wurde die aktuelle Ausschreibung/Planung der Verbesserung der Vernetzungsinfrastruktur begleitet, so dass es hier keine wesentlichen Verzögerungen mehr gibt. Die notwendigen umfangreichen baulichen Arbeiten in den Schulen sind dann in den Ferienzeiten möglich.

Auch die Beschaffung der ersten Laptops ist angelaufen. Die Geräte für Kinder, die für das Home-Schooling keine technischen Möglichkeiten haben, sind bestellt worden.

Ein weiterer Schritt ist die Entwicklung eines Konzeptes. Hier wird aufgezeigt, wie die Klassenzimmer IT-technisch ausgerüstet sein müssen. Dieses Modell soll stufenweise in die Praxis unserer beiden Grundschulen überführt werden. Dafür sind weitere finanzielle Mittel der Gemeinde notwendig. DIE LINKE wird sich in der Gemeindevertretung für deren Einplanung einsetzen, auch wenn der eine oder andere Abgeordnete bereits ans Sparen denkt. Die Belastung der Eltern soll und muss auf das Notwendigste reduziert und nicht durch schlechte IT- Infrastruktur an den Schulen potenziert werden.

Zwei Probleme sind noch offen:

  1. ein pädagogischer Ansatz und die Auswahl der Schulsoftware,
  2. die Ermöglichung des gleichzeitigen Arbeitens von mehr als 25 Schülern im Internet. Mit den jetzigen Voraussetzungen geht es leider nicht. Das liegt zum einen an den verfügbaren Internetkapazitäten und zum anderen an den Klassenstärken. Ein Beispiel: die Krieschower Grundschule hat so ein schlechtes Internet, dass dort nicht einmal diese 25 Kinder gleichzeitig arbeiten können. Ein unhaltbarer Zustand!!!

Über einen Einsatz von Video-Technik-Verfahren zur Gestaltung von Fernunterricht braucht man an der Stelle gar nicht erst zu reden! Hier rächt sich der recht zögerliche Ausbau der Internet-Vernetzung vor allem im ländlichen Raum. Da für eine Verbesserung grundsätzlich neu geplant und gebaut werden muss, wird es dafür leider keine schnellen Lösungen geben.

Unsere Fraktion wird sich auch weiter einsetzen, damit tatsächlich benötigte Internetgeschwindigkeiten und -kapazitäten so schnell wie möglich anliegen und es bis dahin sinnvolle Zwischenlösungen gibt. Gleichzeitig geht es um professionelle IT-Betreuung der Schüler*innen und Schulen, die derzeit nicht gegeben ist.

Wo Kinder und Laien an Computern ihre ersten IT-Gehversuche wagen, sind Ausfälle und Störungen an der Tagesordnung. Ohne eine „technisch versierte schnelle Eingreiftruppe“ wird es keine erfolgreiche digitale Schularbeit geben.

Steffen Marquaß

Vorwärts - zurück mit Kolkwitz ins 20. Jhd.

DIE LINKE lehnt Kolkwitzer neue Geschäftsordnung ab

Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Gemeindevertreter*innen und Verwaltungsmitarbeiter*innen hat sich mit mehreren neuzufassenden Grundsatzdokumenten beschäftigt. Unter anderem wurden dort die seit der Wahl überfällige Hauptsatzung und Geschäftsordnung diskutiert und für die Beratung wie Beschlussfassung in der Gemeindevertretersitzung vorbereitet.

Obwohl bei der Vorbereitung beteiligt, hat nun die LINKE der Neufassung der Geschäftsordnung nicht zugestimmt. In einem entscheidenden Punkt wurde auf Grund von Partei- und Bündnismehrheiten Logisches wie Zeitgemäßes verhindert.

In der bisherigen Fassung der Geschäftsordnung gab es zumindest die theoretische Möglichkeit, Videoaufzeichnungen und Livestreams für eine breitere Einbeziehung der Kolkwitzer Bürger*innen in die Arbeit der Gemeindevertretung zu nutzen. Ebenso wären Videokonferenzen möglich gewesen.
In Zeiten, in denen elektronische Medien intensiver denn je in den Alltag vieler Mitbürger*innen eingezogen sind, ist nach Ansicht von SPD und AFD die Nutzung von zum Beispiel Office-Programmen als computergestützte Technik in der Arbeit der Gemeindevertretung genug. Dem widersprechend hatte die Fraktion DIE LINKE noch im Frühjahr 2020 - vor Corona – einen Antrag gestellt und versucht, die Arbeit der Gemeindevertretung über elektronische Medien für die Bürger*innen interessanter und transparenter werden zu lassen. Der Auftrag an die Verwaltung lautete, dazu die Realisierungsmöglichkeiten zu prüfen. Schon der Gedanke wurde von SPD, AFD und OTB-FrW/Gemein(de)samstark in übereinstimmender und mit teils hanebüchend anmutender Argumentation abgewürgt.

Nun kamen in der Corona-Zeit besonders von SPD-Politiker*innen aus der Landesregierung Vorschläge, zum Beispiel in den kommunalen Gremien mit Videokonferenzen zu arbeiten. Nichts davon taucht in der neuen Geschäftsordnung auf. In der im September gegründeten AG Digitalisierung-Schule dagegen wurde vehement von anderen (Schülern, Eltern und Lehrern) der Einsatz und die Nutzung der neuen Medien gefordert. Vor allem sollten sich die Vertreter*innen offen zeigen und sich der intensiveren Nutzung der neuen Medien nicht verweigern.

Und die Kolkwitzer Gemeindevertreter*innen?

Für die gilt das natürlich nicht, würde man den Abgeordneten der SPD folgen.
Für uns LINKE ist das unhaltbar und gehört dringend korrigiert. Sicher ist heute (Anfang 2021) nicht nur die Frage nach Livestreams oder Aufzeichnungen bei diesem Thema interessant. Mit den für viele Bürger*innen in diesem Jahr alltäglich gewordenen Video-, Webex- oder anderen elektronischen Medien oder papierarmer Arbeit mit Anträgen inklusive der dafür notwendigen Technik, stellen sich hier akut ganz andere Fragen.
Im neuen Jahr wird es notwendig sein, diese Themen wieder aufzurufen und einer komplexen vernünftigen und zeitgemäßen Lösung zuzuführen. Erste Gespräche mit CDU und SPD stimmen hier optimistisch, aber abgerechnet wird zum Schluss.

 

Protest gegen Diskriminierung

Erklärung der LINKEN Kolkwitz

Ortseingangsschild Krieschow/Kśišow

Die LINKE-Fraktion in der Gemeindevertretung und die Basis­organisation Kolkwitz hat aus den Medien von der Ablehnung eines Auszubildenden aus religiösen und ethnischen Gründen durch die „Asphalt Straßenbau Gesellschaft mbH Krieschow“ erfahren. In diesem Zusammenhang wurden in der Presse mehr als bedenkliche Kommentare dazu ver­öffent­licht.

In einer gemeinsamen Sitzung der Fraktion und des Vorstandes der Basisorganisation  am 15.10.2020 wurde die nachstehende Erklärung beschlossen:

Der Umstand, dass ein Unternehmen die Bewerbung eines Mitbürgers nutzt, um diesem das zumindest beim Geschäftsführer vorherrschende rechte Gedankengut mitzuteilen hat uns schockiert. Wir sind der Auf­fas­sung, dass diese Entgleisung und das Abdriften rechten Denkens in unter­nehmerisches Handeln nicht typisch für Kolkwitz ist.

In der Großgemeinde und in ihrer politischen Vertretung gab und gibt es bisher seit Jahren einen klaren Konsens zum gleichberechtigten Um­gang mit allen Menschen, unabhängig von Herkunft, Religion oder per­sönlichen Neigungen und Fähigkeiten, so wie es im Grundgesetz für alle Bürger*innen der Bundesrepublik verbindlich festgeschrieben ist.    
Sowohl in den Kolkwitzer Kindertagesstätten, als auch in den beiden Grund­schulen bemühen sich Lehrer*innen und Erzieher*innen um die Integration aller Kinder. Die zukünftige Gesamtschule des Kreises, die im OT Klein Gaglow errichtet werden wird, soll nach dem Willen der Elternschaft diesen gemeinsamen Weg aller Jugendlichen fortsetzen.         
In der Vergangenheit hatten über 47 Unternehmen und 70 Vereine ihre Bereitschaft erklärt bei der Vorbereitung und Ausbildung aller Jugend­li­chen, die es wünschen, auf die zukünftigen Anforderungen im Leben mit­zu­wirken. Es spielt dabei keine Rolle, ob die Kinder und Jugendlichen in der Lausitz geboren wurden, ob sie Deutsche, Wenden oder anderer ethni­scher Herkunft sind, oder diesen oder jenen Gott anbeten oder keinen. Will die Lausitz sich als wirtschaftlich stabile Region gut weiter­ent­wickeln und behaupten, braucht die Wirtschaft, der Handel und die Wissen­schaft gut ausgebildetes Personal.

Der politische Schaden mit Nachteilen für unsere Gemeinde sollte von der Gemeindevertretung und dem Bürgermeister herausgearbeitet und klar benannt werden. Daher fordern wir den Bürgermeister auf, zeitnah dazu eine Erklärung abzugeben.

Fraktionsvorsitzende                                           Birgit Otto
Vorsitzender der Basisorganisation Kolkwitz  Gerd Bzdak

Zeitgeschichte(n)

(Teil 6)

Ernesto „Che“ Guevara wurde am 14.Juni 1928 geboren und war ein hochintelligenter, marxistischer Revolutionär, Guerillaführer, Arzt und Autor.

Er war von 1956 bis 1959 ein zentraler Anführer (Comandante) der Rebellenarmee der Kubanischen Revolution und ist neben Fidel Castro deren wichtigste Symbolfigur.

Nach der Schiffsanlandung der Yacht „Granma“ auf Kuba am 02.Dezember 1956 mit 86 Gleichgesinnten wurden gleich beim ersten Gefecht die Mehrzahl von ihnen getötet oder festgenommen. Neue Mitstreiter aus dem Inland stießen hinzu und ermöglichten eine Fortsetzung des bewaffneten Kampfes. In dessen Verlaufe änderte sich Guevaras Rolle schnell von der eines Arztes zu einem direkten Teilnehmer bei bewaffneten Aktionen. Sein Einsatz und sein taktischer Überblick ließen ihn zu einer gefragten militärischen Instanz werden.

Als seine größte militärische Leistung gilt die Einnahme von Santa Clara am 29. Dezember 1958 gegen die zahlenmäßig weit überlegene, bis März 1958 noch von den USA unterstützte, inzwischen aber demotivierte und überalterte Armee des Diktators Batista.

Der Sieg der kubanischen Revolution, die von außerhalb in das Land getragen wurde, führte  bei vielen zu der Annahme und Hoffnung, dass ein Export der Revolution auch in andere, besonders lateinamerikanische Länder, in denen die Unterdrückung und Verelendung der Völker besonders schlimme Züge angenommen hatte, möglich sei. Eine These, die seit der „Großen sozialistischen Oktoberrevolution“ 1917 in Rußland immer wieder in verschiedenen Parteien in theoretischen Versionen aufkam und im Gegensatz zu der von Karl Marx  begründen Notwendigkeit eines „weltweit  einheitlichen Überganges aller Länder von der kapitalistischen in die kommunistische Gesellschaft“ stand.

Diesen Irrtum bezahlte Ernsto Che Guevara und mit ihm Mitstreiter*innen, darunter auch die in der DDR aufgewachsene Haydée Tamara Bunke Bíder,  letztlich 1967 in Bolivien mit dem Leben.

Seine Persönlichkeit und die lange geheim gehaltenen Umstände sowie die Nichtnennung des Ort seiner Ermordung führten posthum zu seiner Glorifizierung und dem manchmal etwas unkritischem Blick besonders unter Jugendlichen, die sich eine andere, bessere Welt wünschen. Als Gegenpol wird oftmals seine militärische Komponente aus dem geschichtshistorischen Zusammenhang gerissen und als Verabscheuungswürdig dargestellt. Somit ist Che Guevara, der in Kuba als Volksheld verehrt wird, in der BRD seit den 1968iger Jahren bis heute heftig umstritten.

 

www.thenation.com/article/archive/it-has-been-50-years-since-che-guevara-was-murdered/


Sitzungsvideos

ins Internet bleibt aktuell

Natürlich ist die persönliche Teilnahme der Bürger*innen als Gast an den Sitzungen der Gemeindevertreter*innen dringend zu empfehlen und durch nichts zu ersetzen. Dennoch, das Leben (Arbeit, Kinder….) verhindert das manchmal und so geht Transparenz verloren. Deshalb plädiert DIE LINKE. Kolkwitz für die Erstellung eines Gemeindevertreter-Sitzungsvideos, welches wie im Kreistag oder Cottbus üblich, ins Internet gestellt werden soll. Dann können alle interessierten Bürger*innen, sich ein eigenes Bild über die Arbeit ihrer Gemeindevertreter und der Verwaltung machen.